Details
ISBN/EAN: 978-8-02-738050-3
Einband: kartoniertes Buch
Weitere Details
Auflage:
1. Auflage 2023
1. Auflage 2023
Erschienen am:
24.05.2023
24.05.2023
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
120 S.
120 S.
Format (T/L/B):
0.7 x 22.9 x 15.2 cm
0.7 x 22.9 x 15.2 cm
Hersteller:
e-artnow s.r.o.
kristoferpaetau@gmail.com
Za sidlistem 22
CZ 14300 Prague
e-artnow s.r.o.
kristoferpaetau@gmail.com
Za sidlistem 22
CZ 14300 Prague
Weitere Details
arrow_forward_ios
Josefine Mutzenbacher (Die Geschichte einer Wienerischen Dirne von ihr selbst erzählt)
Wiener Halbwelt um 1900: Fiktion, Begierde und Bürgermoral
10,80 €
inkl. MwSt.
Lieferbar innerhalb 2 - 3 Tagen
Beschreibung
Josefine Mutzenbacher zählt zu den provokantesten Texten der Wiener Moderne: als fingierte Autobiographie einer Prostituierten entwirft der Roman ein Panorama kleinbürgerlicher Milieus, sozialer Not und männlich geprägter Fantasien im späten Habsburg. Sein Ton verbindet mündliche Direktheit, derben Witz und naturalistische Detailnähe mit einer irritierenden literarischen Konstruktion, die Begehren, Ausbeutung und Erinnerung unauflöslich verschränkt. Der Text ist daher weniger bloße Skandalliteratur als ein Dokument kultureller Doppelmoral und urbaner Schattenzonen. Felix Salten, geboren 1869 in Pest und aufgewachsen in Wien, war Journalist, Theaterkritiker und Erzähler im Umfeld von Jung-Wien; weltberühmt wurde er später durch Bambi. Die Zuschreibung von Josefine Mutzenbacher an ihn gilt weithin als wahrscheinlich, bleibt jedoch historisch umstritten. Saltens Nähe zu Kaffeehauskultur, Feuilleton und großstädtischer Beobachtung erklärt, wie ein solcher Text aus Kenntnis sozialer Masken, Klassenunterschiede und sexueller Tabus entstehen konnte. Empfohlen sei dieses Buch nicht als unproblematische Lektüre, sondern als Gegenstand kritischer Aufmerksamkeit. Wer sich für Fin-de-Siècle, Körperpolitik, Zensurgeschichte und die dunklen Ränder bürgerlicher Moral interessiert, findet hier ein literarisch bedeutsames, verstörendes Quellenstück, das Diskussion verlangt und historische Distanz ebenso wie ethische Wachsamkeit erfordert.