Briefe voller Zuversicht - Cover
Neu

Details

ISBN/EAN: 978-3-690-90863-4
Format: EPUB
DRM: Nicht vorhanden
Weitere Details
Auflage:
1. Auflage 2026
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
2.83 MB
Empfohlene App:
Weitere Details arrow_forward_ios

Briefe voller Zuversicht

eBook - Ein historischer Roman über die Liebe in schweren Zeiten

3,99 €
inkl. MwSt.

Herunterladen

Beschreibung

Denn es war doch erst der Anfang und sollte ein ganzes Leben ausfüllen, ohne zu versiegen an Liebe und Treue … Der emotionale Familienroman nach einer wahren Geschichte über Zusammenhalt, Verlust und den Wegen des Schicksals

Vogtland 1936: Als die schüchterne Elsa und der lebenslustige Paul zueinander finden, beginnt eine Zeit voller Vertrauen, Geborgenheit und Liebe. Ihr gemeinsamer Sohn Heiner macht das Glück der kleinen Familie vollkommen. Doch der Krieg trennt sie viel zu früh, und während Paul in Gefangenschaft gerät, muss Elsa allein um das Überleben ihrer Familie kämpfen. Ihre Verbindung zu Paul jedoch lebt in Briefen voller Sehnsucht, Zuversicht und Zweifel weiter. Jeder geschriebene Satz wird zu einem kostbaren Zeichen der Verbundenheit in einer Zeit der Entbehrungen und der Ungewissheit. Für den kleinen Heiner wird das Warten auf den Vater zur prägenden Kindheitserfahrung – und ein Stück Würfelzucker zum Sinnbild von Hoffnung und Zufriedenheit.

Dieser historische Roman erzählt die Geschichte einer jungen Familie und versucht aufzuzeigen, wie sich ein Leben unter Bedingungen von Gefangenschaft, Distanz und Verzicht überhaupt bewältigen lässt – in der russischen Steppe ebenso wie im Nachkriegsdeutschland. Ein absolut mitreißendes Leseerlebnis für Fans der erfolgreichen Spitzen-Saga!

Erste Leser:innenstimmen „Die Autorin hat eine herzergreifende Familiensaga geschrieben, der auf einer wahren Begebenheit beruht.“ „Ein Roman der im Zweiten Weltkrieg spielt und zeigt, wie wichtig Zusammenhalt in der Familie ist.“ „Toll geschrieben. Ich konnte diesen historischen Familienroman nicht aus den Händen legen. Sehr bewegend!“ „Anett Klose weiß, wie man eine authentische und tiefgründige Geschichte schreibt. Gänsehaut pur!“

Leseprobe

ERINNERUNGEN

Plauen, 3.? April 2019 – Das rote Backsteinhaus, Heiner

Die verblichenen, leicht gelblichen Umschläge fühlten sich spröde an, als seine kräftigen Hände zögernd danach griffen. Heiner strich mit den Fingerkuppen behutsam über das beige Papier und zog einen Bogen heraus. Staunend entfaltete er einen Brief und als er die Handschrift darauf erkannte, hüpfte sein Herz für einen kurzen Augenblick. Dann musste er lächeln. Mein Herz hüpft? Welch ungewöhnliche Ausdrucksweise, dachte er. Aber genau das war es, was sein Herz tat. Er konnte es mehr als deutlich spüren. Es hüpfte beim Anblick der ihm bekannten Handschrift.

Er hatte sie seit sechzig Jahren nicht gesehen und doch war sie in seinem Kopf, hatte sich dort eingebrannt, war ihm auch nach all den Jahren immer noch vertraut. Die Zeilen tanzten vor seinen Augen wie der Staub in den Sonnenstrahlen, die durch die schmutzige Fensterluke des oberen Dachbodens drangen, als er realisierte, dass dies Aufzeichnungen seiner Mutter Elsa waren.

Er traute seinen Augen kaum. Las die Worte immer und immer wieder, blätterte die Seiten um und zog voller Erwartung auch schon den nächsten Bogen aus einem Umschlag. Wie viele Jahre hatte er sich gewünscht, etwas Ähnliches von seinen Eltern zu besitzen. War es nun noch von Bedeutung, fragte er sich resigniert und rieb sich die aufkommende Müdigkeit aus den Augenwinkeln.

Dann hob Heiner den Blick, spürte ein dumpfes Pochen und mit einem Mal merkte er, wie seine Knie schmerzten. Zu lange schon hockte er vor dieser alten Truhe. Unmerklich war die Kälte in seine Glieder gekrochen und auch sein Rücken wurde langsam steif.

Vielleicht lagerte seine Schwester ja noch Kohlen in der Wohnung und er könnte wenigstens in einem Raum für etwas Wärme sorgen, bevor er sich weiter an das Aussortieren ihrer Dinge machte. Heizen mit Kohlen. Wie absurd. Ich komme mir vor wie vor 50 Jahren, murmelte er und nahm einen langen tiefen Atemzug.

Etwas zögerlich erst, doch dann mit einem festen Ruck zog er zwei weitere Umschläge und ein Heftchen mit Aufzeichnungen unter dem halbherzig angenagelten Holzbrett am Boden der Truhe hervor, schob sie in seine Jackentasche und drückte sich aus der unbequemen Haltung nach oben. Ein kleines Schnaufen entfuhr ihm ungewollt und wieder atmete er hörbar ein und aus. Ich werde halt doch alt, dachte er mit Verdruss. Sich elegant und beweglich zu geben, fiel ihm tatsächlich immer schwerer. Heiner ließ seinen Blick nochmals umherschweifen.

Was er sah, machte ihn traurig. Es war ihm vertraut und doch auch fremd. Zu lange hatte er keinen Fuß mehr in dieses große Mietshaus gesetzt. Über ein Jahrhundert war das rote Backsteinhaus, hier im Herzen des Vogtlandes, nun im Besitz seiner Familie, war der ganze Stolz seines Großvaters Heinrich und auch seiner Mutter Elsa gewesen.

Und obwohl es für Jahrzehnte auch sein Heim gewesen war, hatte er nun keine Verbindung mehr dazu. Zu lange war er schon fort von hier, hatte die Schwester und damit auch das Elternhaus nur selten besucht.

Jetzt war das rote Backsteinhaus für ihn nur noch ein verlassenes, heruntergekommenes Mehrparteienhaus, das seine Schwester in den dreißig Jahren nach der Wende weder instandgehalten noch renoviert hatte. Der Familienbesitz sollte in den Händen der Familie bleiben, hatte sie immer gejammert, doch nie etwas getan, um ihn zu erhalten.

Was hätte er tun können? Unzählige Male hatten er und sein Sohn versucht, ihr klarzumachen, dass man das hübsche Backsteinhaus mit den hohen Giebeln erhalten müsse und dieses Haus aus dem Jahre 1909 einer Generalüberholung bedürfe. Aber sie hatte sich nie auch nur für einige Monate von ihrem Heim trennen wollen. Und so war dieses Haus im einundzwanzigsten Jahrhundert noch immer im gleichen Zustand wie 1978, dem Jahr, in dem Heiner mit seiner Familie ausgezogen war.

Das Haus besaß Charme und war mit Verstand und Geschmack errichtet worden. Die Außenansicht bestach mit einer Fassade aus roten Klinkerbacksteinen und hellgrauem Putz, der jedoch schon seit Langem an manchen Stellen abbröckelte. Die Holzfenster waren noch aus den fünfziger Jahren, ein Erkeranbau im vierten Stock verlieh dem Haus Struktur, die Treppen im Flur waren aus wertbeständigen Theumaer Schieferplatten gefertigt und die Travertinsteinbeläge zwischen den Etagen sahen aus wie kürzlich verlegt. Vor den Fenstern im Inneren gab es breite Eichenholzsimse.

Aber es gab auch Trockenklos auf halber Treppe, keine Bäder, eine stinkende Grube im Hinterhof und Kohleöfen in den Wohnräumen. Manche Öfen waren heute antike Stücke, Reliquien aus dem Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Noch immer glänzten die kunstvoll gefertigten Kacheln im Licht und gaben den Räumen eine gewisse Eleganz. Im Keller jedoch roch es modrig und die Brandschutztür war so schwer, dass man sie allein kaum bewegen konnte.

Der Dachboden, auf dem sich Heiner gerade umsah, war nicht ausgebaut. Große Balken zogen sich hinauf in den Giebel und noch immer hing hier Wäsche seiner Schwester Hilde, die sie zum Trocknen aufgehängt hatte. Unter diesem Dach hatte er als Kind unzählige Stunden verbracht. Der Spitzboden war vor allem in den Wintermonaten seiner Kindheit sein Spielplatz gewesen.

Nur wenige ovale Dachfenster aus Aluminium ließen das Licht an einigen Stellen gebündelt auf den verstaubten Boden fallen. An anderen Stellen war es dunkel und geheimnisvoll. Dort in diesen Ecken waren die Dinge verstaut, die keiner mehr brauchte, die aber niemand wegwerfen wollte. Jahrzehntelang hatte hier jeder Mieter alte Lampen, Stühle, Eimer oder Geschirr abgestellt. Nun fristete all das seit Langem ein einsames Dasein, niemand interessierte sich mehr dafür.

Die große Wäschekiste war sorgsam zusammengezimmert worden, maß sicher eineinhalb Meter in Höhe und Breite und stand direkt neben einem Schornstein. Dort hatte jemand gedankenlos eine Holzsprossenleiter angelehnt. Wahrscheinlich der Schornsteinfeger, als er das letzte Mal hier oben gekehrt hatte. Als kleiner Junge war er stundenlang immer und immer wieder gemeinsam mit seinem Freund Franz von der oberen Sprosse der Leiter in die Wolkenburg aus Winterdecken und Kissen gesprungen.

Die roten und blauen Überzüge aus festem Stoff bauschten sich über ihrem Inhalt aus Federn auf, wenn sie sich hineinfallen ließen und zwischen den Decken und Kissen versanken. Immer wieder piekten kleine Federkiele hervor und verfingen sich in seinen Haaren und den groben Strümpfen. Die Federn waren für seine Mutter ein untrügliches Zeichen dafür gewesen, wo er den Nachmittag verbracht hatte. Er konnte sich noch so penibel absuchen, sie fand immer welche. Aber trotz ihres Ärgers darüber strich sie ihm sanft über den Kopf und murmelte etwas wie:

»Passt bloß gut auf, wenn ihr da oben spielt, holt euch nicht den Tod. Es zieht und ist kalt dort.«

In einer anderen Ecke, gleich links neben der steilen Treppe, hatte man einen Verschlag eingebaut, schöne, auf Maß geschnittene Bretter trennten diesen Teil des Dachbodens vom Rest ab. Es gab eine Holztür und ein daran angebrachtes Vorhängeschloss. Dort durfte er als Junge nicht hinein. Hier bewahrte Tante Selma Andenken an ihren verstorbenen Verlobten auf und die Mutter hatte in einem kleinen Schränkchen und einer Truhe fein säuberlich Wäsche von den Großeltern aufgeschichtet. ...

E-Book Informationen

Alle hier erworbenen E-Books können Sie in Ihrem Kundenkonto in die kostenlose PocketBook Cloud laden. Dadurch haben Sie den Vorteil, dass Sie von Ihrem PocketBook E-Reader, Ihrem Smartphone, Tablet und PC jederzeit auf Ihre gekauften und bereits vorhandenen E-Books Zugriff haben.

Um die PocketBook Cloud zu aktivieren, loggen Sie sich bitte in Ihrem Kundenkonto ein und gehen dort in den Bereich „Downloads“. Setzen Sie hier einen Haken bei „Neue E-Book-Käufe automatisch zu meiner Cloud hinzufügen.“. Dadurch wird ein PocketBook Cloud Konto für Sie angelegt. Die Zugangsdaten sind dabei dieselben wie in diesem Webshop.

Weitere Informationen zur PocketBook Cloud finden Sie unter www.meinpocketbook.de.

Allgemeine E-Book-Informationen

E-Books in diesem Webshop können in den Dateiformaten EPUB und PDF vorliegen und können ggf. mit einem Kopierschutz versehen sein. Sie finden die entsprechenden Informationen in der Detailansicht des jeweiligen Titels.

E-Books ohne Kopierschutz oder mit einem digitalen Wasserzeichen können Sie problemlos auf Ihr Gerät übertragen. Sie müssen lediglich die Kompatibilität mit Ihrem Gerät prüfen.

Um E-Books, die mit Adobe DRM geschützt sind, auf Ihr Lesegerät zu übertragen, benötigen Sie zusätzlich eine Adobe ID und die kostenlose Software Adobe® Digital Editions, wo Sie Ihre Adobe ID hinterlegen müssen. Beim Herunterladen eines mit Adobe DRM geschützten E-Books erhalten Sie zunächst eine .acsm-Datei, die Sie in Adobe® Digital Editions öffnen müssen. Durch diesen Prozess wird das E-Book mit Ihrer Adobe-ID verknüpft und in Adobe® Digital Editions geöffnet.